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April / Mai 2010

Juli / August 2010 folgt bald nach. 

 

ALLGEMEIN:

Nachdem die Rohstoffkosten Ihren Höhepunkt erreicht haben, versuchen die Stahlhersteller dies im 3. Quartal 2010 voll umzusetzen. Man kann davon ausgehen, dass die Quartalsabschlüsse für die Rohstoffe sich nochmals verteuern (man spricht im Moment von +25%). Dies obwohl sich die Spotpreise bereits wieder nach unten orientieren. Es sieht im Moment danach aus, dass die Hersteller Ihre Preisvorstellungen für das 3. Quartal umsetzen können.
Jedoch muss man bedenken, dass die Währungsentwicklung in den letzten 4-5 Monaten bzw. seit Anfang 2010 einen entscheidenden Einfluss hatte. Dies hat den Import zunehmend uninteressant gemacht bzw. den Herstellern die Preiserhöhungen relativ einfach gemacht.  Am folgenden Beispiel WARMBAND Entwicklung möchten wir dies aufzeigen:

 

 

WARMBAND:

Beispiel Vergleich Import / EU-WBB-Preise mit Währungsentwicklung:

Export-Preise CFR FO  Europäischer Hafen

 

 

CFR/FO

Preis

US-$

Fracht

 

US-$ 

Import-

Preis

US-$ 

Kurs

€/$ 

Import

Preis

€uro 

Jan. 2010 570  806501.42 457 
 Mrz 2010640 80 720 1.36 540 
 Mai 2010630 80 710 1.22 582 
   

Dies entspricht einer Steigerung des USD-Preises um 10% bzw. einer Steigerung des Euro-Preises um 27%. Insofern machen die Währung ca. 65% und die effektive Preissteigerung ca. 35% aus. - Wie sich die Währung weiterentwickeln wird, ist reine Spekulation. Die momentane Tendenz geht auf Grund der wirtschaftlichen und finanziellen Probleme Europas eher auf eine weitere Abschwächung des EURO zu.


Die Abschwächung des EURO hat auf der anderen Seite den Vorteil, dass die Europäische Stahlindustrie im Exportgeschäft weiter sehr aktiv bleiben wird. Die Europäischen Stahlhersteller haben mit Juni 2010 alle stillgelegten Hochöfen wieder in Betrieb genommen. Es wird sich im 3. Quartal zeigen, ob hier ein Überangebot entsteht oder die lokal fehlenden Bedärfe im Export untergebracht werden können. Zudem sind von ARCELOR bereits wieder Spekulationen laut, im 3. Quartal wieder 3 Hochöfen stillzulegen. Sollte dies zutreffen, stellt man sich auf eine schwächere Nachfrage seitens des Handels/Verbrauchers ein.

 

Wirtschaftliche Prognosen sind äussert schwierig. Fakt ist, dass durch das Auslaufen der Konjunkturprogramme in Europa die Standfestigkeit bzw. die weitere Erholung der Wirtschaft auf den Prüfstand gestellt wird. Zum Beispiel werden im Automobilbereich Prognosen über einen Absatzrückgang von knapp einer Million Fahrzeugen in Europa im Jahr 2010 gemacht. Dies würde einem Rückgang von ca. 7-8% im Vergleich mit  2009 entsprechen.

Der Baubereich wird  im Jahr 2010 noch von den Wirtschaftsprogrammen der öffentlichen Hand profitieren. Hier werden sich die Rückgänge in diesem Jahr im Rahmen halten. Für das Jahr 2011 werden die Projekte, welche über die Staatshaushalte gefördert bzw. finanziert wurden oder noch werden, zurückgefahren. Dadurch werden im Baubereich die Rahmenbedingungen für das Jahr 2011 doch wesentlich schwieriger.

 

Im Maschinenbausektor ist der Auftragseingang vor allem im Exportland Nr. 1 Deutschland im April 2010 um 36% gestiegen im Vergleich zu April 2009. Im Zeitraum März bzw. Mai 2010 um 27% im Jahresvergleich 2009/2010. - Dieses positive Signal muss jedoch relativiert werden, da sich im 1. Quartal/Halbjahr 2009 die Auftragseingänge auf sehr tiefem Niveau bewegten. Ob dieser Trend nachhaltig ist, kann heute nicht beurteilt werden; zudem machen sich diese Aufträge erst in 5-6 Monaten, d.h. ab Ende 2010 /Anf. 2011, bemerkbar.

 

Nach wie vor sehr gut gehalten hat sich das Konsumverhalten in Europa und dies trotz massiven Problemen in verschiedenen Staatshaushalten. Die Frage wird auch hier sein, ob sich diese nach wie vor positive Situation weiter auf diesem Niveau halten kann.  Der EU-Lagerabsatz war im März/April weiterhin stabi. Die Verbraucher haben versucht, Mengen noch zu vernünftigen Preisen, d.h. unter der Wiederbeschaffung, mit kurzfristigen Liefermöglichkeiten zu erhalten.

 

Hier wird der Druck vor allem auf die Kalkulation zunehmend grösser, da sich Erhöhungen von 50-70% in den meisten Fällen gar nicht umsetzen lassen vom Handel. In wieweit dies auf den Absatz im Mai/Juni bzw. auf das 3. Quartal 2010 Auswirkungen hat, bleibt abzuwarten.

Der Druck aus Import ist nach wie vor nicht vorhanden, obwohl sich die Dollarpreise in den letzten 3-4 Wochen nach unten entwickeln. Im gleichen Masse hat sich die Währungsparität Euro /USD-Dollar nach unten entwickelt und den Import wieder in die ursprüngliche Grössenordnung von ca. Euro/to 560-580 CFR FO Süd-Europa zurückgebracht. Dies ist im Moment noch zu wenig interessant. Zudem sind die Lieferzeiten aus Fernost mit ca. 4 Monaten zu lange.

 

Importe werden, wenn überhaupt, hauptsächlich aus der Ukraine und Russland getätigt.  Diese Werke können meistens in 4-5 Wochen walzen, d.h., das Material ist in ca. 2 Monaten verfügbar. Nachdem diese Werke grösstenteils über eigene Rohstoffbasen verfügen, hat dieser Faktor hier nicht die Auswirkungen. Es wird sich zeigen, wie sich die Importpreise weiter entwickeln; die Tendenz scheint eher fallend, wobei dies natürlich direkt mit der Frage der Währungsentwicklung  Euro / USD zusammenhängt.

 

Die für das 3. Quartal 2010 angebotenen Basis-Preise werden vorerst zwar zur Kenntnis genommen, bestellt wird aber nur das Nötigste.  Die Branche hat wenig Vertrauen, dass die Entwicklung nachhaltig sein wird. Buchungen werden, wenn überhaupt, in monatlichen Abständen in geringen Mengen durchgeführt.

 

Wir sehen die Preise heute wie folgt:

 

GP Aug.09

 Euro/to

GP Sep.09

 Euro/to

GP 4. Q.09

Euro/to

 1. Q. 10

Euro/to

 2. Q. 10

Euro/to

3. Q. 10

Euro/to 

WBB

440-450

380-400

370-390

 410-430

520-550 

 620-650

Kalt

 510-520

480-490

470-480

 480-520

580-620 

720-740

SVZ 

 520-530

480-490

460-480

 500-530

570-600 

680-700

EVZ

 

510-530

500-510

 510-550

610-640 

740-760

 

Liefertermine:  diese bewegen sich um die knapp 3 Monate

 

QUARTOBLECHE

Der Lagerabsatz im März/April hat sich eingependelt.Vor allem im Baustahlbereich sind die Läger dem Absatz angepasst. Zum Teil bestehen schon wieder Lücken.
Bei Sonderstählen und Blockguss gibt es teilweise noch Ueberbestände,
die aber durch eine momentan spürbare Bedarfsverbesserung abgebaut werden. Wir gehen davon aus, dass die Lagestände auch in diesen Bereichen im 2. Halbjahr sich wieder normalisieren werden.

 

Das 2. Quartal wurde von den Integrierten Herstellern in kürzester Zeit abgeschlossen, sodass Mitte/Ende April so gut wie keine Mengen mehr für das das gleiche Quartal erhältlich waren. Diese Situation bedingt, dass vor allem die Lücken beim Reroller mit kurzen Terminen eingegedeckt wurden. Allerdings zu einem um ca. Euro/to 50-70 höheren Preis als bei den Integrierten.


Traditionell werden von den Rerollern die Preise jenen der Brammen-Spotpreise sehr schnell angepasst, weshalb die Reroller um diese Differenz teurer als die Integrierten Werke waren.

Für das 3. Quartal gehen wir davon aus, dass es mengenmässig für die Stahlhersteller keine allzu grossen Probleme geben sollte.  Die meisten Werke haben im 3. Quartal generell nur ca. 65-70% der Kapazität zur Verfügung. Unterhaltarbeiten bzw. Urlaubsmonate im Norden und Süden Europas sind ausschlaggebend dafür. Hier speziell hervorzuheben ist, dass die DILLINGER Hütte auf Grund einer Hochofenzustellung bzw. einem Stillstand der Stranggiessanlage unter Kapazitätsengpässen bis Ende 2010 leiden wird. - Was der Preisstabilität sicher eher entgegen kommt.

 

Im Internationalen Projektgeschäft sind die Europäischen Hersteller sehr stark engagiert. Das Kursverhältnis zum US-Dollar verbessert die Wettbewerbsfähigkeit mittlerweile sehr stark. Unserer Meinung nach versuchen die EU-Hersteller, die fehlenden Mengen aus Europa zu kompensieren durch Export in Drittländer.

Der Handel wird weiter sehr vorsichtig disponieren, zumal die günstigen Einplanungen aus letztem Quartal in den nächsten Wochen angeliefert werden.

 

Der Lagerabgabepreis ist unbefriedigend bzw. noch weit vom Niveau der Wiederbeschaffung. Der Lagerabgang in Deutschland in den Monaten März + April  war sehr gut (bis +20% gegenüber den ersten zwei Monaten), wobei der Mai eher ruhiger war.  Inwieweit dies mit den Feiertagen und Ferien zu tun hat ist schwierig zu beurteilen.

Die Preise werden im 3. Quartal gegenüber dem 2. Quartal von den Integrierten Herstellern massiv bzw. dreistellig angehoben. Im kurzfristigen Reroller Bereich ist eine Einschätzung schwierig, zumal die Bramme international unter Druck kommt. Hier ist die Frage, ob die Hersteller die Preisermässigungen weitergeben und so den Markt verunsichern. Dass man mit Preisreduzierungen keinen Bedarf erzeugt, sondern das weitere Zurückhaltung der Buchungen verstärkt, ist ein altes Gesetz. Man darf gespannt sein wie sich die Situation auf diesem Gebiet bis Mitte Juli entwickelt.

 

Im Moment sehen wir die Preissituation für Quartoblech wie folgt:
(Basis S 235 JR - Dicken 10 bis 40 mm)

 

Importe aus 3.-Land nach EU, in €uro pro Tonne CFR:

Aug. 09

Sept. 09

Okt.09

1. Q. 10

2. Q. 10

 3. Q. 10 

400-420

 380-400

380

470

500-520

 550-580

Reroller aus Italien, in €uro pro Tonne eff. ab Werk Norditalien:

Aug. 09

Sept. 09 

Okt. 09 

1.Q.10

2.Q.10

3. Q. 10 

430-450

410 430

380-400

460-480

540-600

 650-670

Auf Grund der Brammensituation passen die Reroller die Preise momentan praktisch wöchentlich an, Trend nach oben

 

EU-Hersteller Integriert, Effektiv-Preise in €uro/to ab Werk:

 Aug. 09

Sept. 09

Okt. 09

1.Q.10

2.Q.10

3. Q. 10 

 480-490

470-480

440-450

460

550-570

 750-780

EU-Hersteller Integriert, Grund-Preise in €uro/to ab Werk:

Aug.09

Sept. 09

Okt. 09

1.Q.10

2.Q.10

3. Q. 10 

450-470

430-450

400-410

420-430

520-550

720-750 

 

Auf Grund der Rohmaterialsituation passen die Integrierten Werke die Preise praktisch monatlich an; Trend nach oben.

 

Die Liefertermine sehen wir folgt aus: 

 

 PreiseTermine 
Reroller Italien stabil 4-5 Wochen 
Integrierte EU-Werke

steigeng bis

+ €/to 150 

Juli/August

2010 

 

 

Marktbericht